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Bündnis 90/Die Grünen

Kreistagsfraktion Gifhorn




Leserbrief

Zum Rundschau-Artikel "Schulchaos" erreichte uns folgende Meinung:

Die Frage nach der persönlichen Verantwortung für das Meiner Possenspiel muss gestellt werden. Aus meiner Sicht verdienen dabei die Meiner Bürgermeisterin und ebenso der Samtgemeindebürgermeister Dank und Anerkennung, weil sie die aberwitzige Pläne des Gespannes Richter/Lestin nicht um jeden Preis realisieren wollen. Frau Kielhorn und Herr Holzapfel handeln im langfristigen Interesse des Gemeinwesens und seiner Bürgerinnen und Bürger. Geplant ist, in einer Gemeinde mit mehr als 8000 Einwohnern, im Zentrum der Samtgemeinde Papenteich, das öffentliche Schulwesen oberhalb der Grundschuljahrgänge zu privatisieren. Wenn man wenigsten von einem Ausverkauf sprechen könnte. Aber nein, mit Millionen öffentlicher Gelder soll ein Schulzentrum saniert und umgebaut werden, um es dann der evangelischen Kirche zu überlassen. Eine kirchliche Schule ist eine Schule in privater Trägerschaft. Sie nimmt letztlich auf, wen sie aufnehmen will. Ein mühsam erkämpfter historischer Fortschritt, der Kirche das Schulwesen zu entziehen und es in staatlicher Verantwortung allen Kindern und Jugendlichen zur Verfügung zu stellen, soll in Meine aufgehoben werden.

Die Alternative ist für mich eine staatliche Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe nach dem Vorbild der IGS Franzsches Feld in Braunschweig. Eine Schule mit dieser pädagogischen Qualität ersetzt alle vorhandenen Schulformen: die Leistungsschwächeren werden erfolgreich gefördert, die Leistungsstarken werden überzeugend zu Spitzenleistungen geführt.

In der Laudatio Jury des Deutschen Schulpreises 2006 heißt es über diese Schule:
"Die IGS Franzsches Feld bietet lebendige Anschauung dafür, wie eine humane Leistungsgesellschaft aussehen könnte, und wie gut es Jung und Alt dabei geht, weil es gelingt, unterschiedliche anspruchsvolle Ziele zugleich zu verfolgen: Die Entfaltung individueller Fähigkeiten, aber auch Verantwortung für gemeinsame Aufgaben, für Schwächere oder Jüngere, entschiedenes Leistungsstreben, aber auch die tätige Sorge dafür, dass niemand verloren geht und dass nicht durch die Herkunft über die Zukunft entschieden wird. Wie das geht? Durch eine ausbalancierte Mischung aus innerer und äußerer Differenzierung, durch lerndiagnostische Begleitung und Förderung, durch regelmäßige Evaluation, durch ausgewogene Arbeitseinheiten. Dazu gehören aber auch die Lehrerfortbildung, die Partnerschaft mit anderen pädagogischen Experten und mit Spitzenleuten und Institutionen aus Wirtschaft, Sport, Kunst oder Wissenschaft. Die IGS Franzsches Feld erscheint auf so selbstverständliche und grundlegende Weise leistungsstark und demokratisch, dass man übersehen könnte, was dahinter steckt: pädagogische Professionalität.“

Wilhelm Pieper