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Bündnis 90/Die Grünen

Kreistagsfraktion Gifhorn




Kinderschutzkonferenz im Landkreis Gifhorn durchführen

Pressemitteilung vom 25. September 2008

Die Grünen im Kreistag haben sich für die Einrichtung einer Kinderschutzkonferenz im Landkreis Gifhorn ausgesprochen. Das ist das Ergebnis einer Fraktionssitzung, bei der das Thema „Schutzmaßnahmen für Kinder“ erneut auf der Tagesordnung stand. Zu der Sitzung waren die neue Leiterin der Abteilung Soziale Dienste des Landkreises, Martina Hartwig, die Gleichstellungsbeauftragte Christine Gehrmann und Pastoralreferent Martin Wrasmann als Experten geladen.

„Wir haben - ausgehend vom Fall Nicole - im vergangenen Jahr versucht, Wege zu finden, die die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung solcher Fälle, von Gewalt gegen Kinder, von Vernachlässigung oder Missbrauch mindern.“, erklärt Fraktionsvorsitzender Fredegar Henze das Ziel seiner Fraktion. „Mit der Einrichtung einer Kinderschutzkonferenz glauben wir, jetzt einen wesentlichen Schritt zu diesem Anliegen verwirklichen zu können.“, meinte Henze.

Die Kinderschutzkonferenz solle eine Einrichtung werden, die unter der Federführung des Landkreises alle beteiligten Berufe und Institutionen zusammen führt. Sie solle die Aufgabe erhalten, in einem mittleren Zeithorizont ein tragfähiges, dichtes Netzwerk mit Hilfen für Familien zu stricken. „Unsere Vorstellungen gehen dahin, dass von niedrigschwelligen bis hin zu spezialisierten Angeboten mit diesem Netzwerk letztlich alle Familien des Landkreises erreicht werden können.“, erläuterte Abgeordneter Klaus Rautenbach, der bei den Grünen für den Bereich Jugendhilfe zuständig ist. Er sieht besonders das häufige Problem unterschiedlicher Überforderungen vieler Familien als Aufgabe, die es zu bewältigen gelte.

Die Konferenz soll zunächst eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Hilfen leisten und dann mit der Vernetzungsarbeit ein später für die Öffentlichkeit transparentes Netz von Unterstützungen anbieten. Dazu soll sie z.B. Familienhebammen, Kinderärzte, Erziehungs- und Familienhilfe, Erzieherinnen und Lehrer an einen Tisch holen und mit ihnen gemeinsam beraten, wie eine möglichst lückenloses Hilfenetz organisiert werden kann.

„Herauskommen sollte ein System von differenzierten Hilfen, aber auch von sanftem Druck zum Wohle aller Kinder. Uns ist an einer möglichst zügigen Umsetzung des Konzepts gelegen. Die neue Chefin der Sozialen Dienste hat uns berichtet, dass in Berlin mit dem Instrument Kinderschutzkonferenz erfolgreich gearbeitet wurde und wir wollen, dass der Landkreis von diesen Erfahrungen profitiert.“, sagte Henze. „Ein Jahr haben wir mit Experten beraten, das Projekt ist jetzt spruchreif. Wir werden nun bei den anderen Fraktionen dafür werben und einen entsprechenden Antrag für den Kreistag auf den Weg bringen.“, skizzierte der Fraktionschef die nächsten Schritte.