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Bündnis 90/Die Grünen

Kreistagsfraktion Gifhorn




Presseerklärung: Schulen in Gifhorn - Gymnasien und IGS (11. Januar 2012)

Vor dem Hintergrund der Debatten in den Elternräten der Gymnasien hat der Fraktionsvorsitzende der Fraktion Grüne/Piraten/Linke, Fredegar Henze, die Vorstellungen seiner Fraktion für die Schulentwicklung in der Stadt Gifhorn klargestellt. Danach soll es eine gerechteres Schulangebot für alle, aber keine Bestandsgarantie für einzelne Schulen in der Stadt geben.

„Wir haben uns vor den Wahlen dafür stark gemacht, die Schullandschaft um Integrierte Gesamtschulen zu erweitern. Dafür sind wir, denke ich, gewählt worden,“ sagte Henze gegenüber den Zeitungen. Deswegen stehe jetzt an, dieses Wahlversprechen in die Tat umzusetzen. „Ich glaube, dass der nächste Standort für eine IGS die Stadt Gifhorn sein wird,“ meinte Henze. Anhand der Erhebung des Kreiselternrates und wegen der zentralen Lage der Kreisstadt sei der Standort prädestiniert. Henze erinnerte außerdem daran, dass die Fraktion der Grünen bereits in der Vergangenheit für diesen Standort eingetreten sei.

Eine IGS in der Stadt Gifhorn muss nach Auffassung der Grünen von vorn herein so konzipiert sein, dass sie einen eigenen Weg zum Abitur anbietet. Dann sei sie für alle Eltern und Schüler, also auch für potentielle Gymnasiasten, eine ernsthafte Alternative zu den vorhandenen Gymnasien. „Aus den Erfahrungen mit guten Gesamtschulen kann man lernen, dass gerade diese Konkurrenzsituation zu Anstrengungen auf allen Seiten geführt hat, sich ordentlich zu profilieren,“ argumentiert Henze.

Mittelfristig führe die Einrichtung einer IGS in Gifhorn im Hinblick auf die Schülerzahlen nicht zu einer Gefährdung der vorhandenen Gymnasien. Das weise die Recherche zur Schulentwicklungsplanung der Kreisverwaltung aus. Allerdings könne, wer in der Politik bei der Wahrheit bleiben wolle, nicht Bestandsgarantien für alle vorhandenen Einzel-Schulen abgeben. Der sich abzeichnende enorme Rückgang der Schülerzahlen werde die Kommunalpolitik insgesamt zwingen, zu entscheiden, welche Einzelschulen langfristig erhalten werden, welche umgewandelt werden und welche auslaufen sollten.

Und bei dieser Entscheidung könne es nicht angehen, dass diejenigen, die sich am lautesten zu Wort meldeten, im Gegenzug Bestandsgarantien erwerben würden. Schließlich hätten neben den Elternräten der Gymnasien auch die Elternräte der Gifhorner Realschulen bereits angemeldet, dass ihre Schulen zwingend erhalten bleiben müssten. Daraus lasse sich keine sinnvolle Entscheidung ableiten.

Wichtig sei deshalb eine offene und öffentliche Debatte über die Zukunft der Schullandschaft in der Stadt. Daran müssten sich alle, denen nicht nur an persönlichen Privilegien gelegen sei, beteiligen. Henze bedauerte in diesem Zusammenhang, dass die Elternräte der Gifhorner Gymnasien das Gesprächsangebot der beiden Mehrheitsfraktionen des Kreistages für die gestrige Veranstaltung der Elternräte ignoriert hätten. „Das ist im Sinne einer breiten öffentlichen Debatte außerhalb ideologischer Grabenkämpfe sicherlich kein Schritt nach vorn und auch in eigener Sache nicht besonders klug,“ meinte Henze.