Wappen des Landkreises Gifhorn
Bündnis 90/Die Grünen

Kreistagsfraktion Gifhorn





Pressemitteilung und Antrag für den Jugenhilfeausschuss (27. März 2009)

Situation der Erziehungsberatungsstellen im Landkreis Gifhorn


Am 26. März 2009 besuchte die grüne Kreistagsfraktion die Erziehungsberatungsstelle in der Bergstaße in Gifhorn. Von links: Nicole Wockenfuß, Klaus Rautenbach (jugend- poitischer Sprecher), Peter Dietz. Nicht auf dem Foto: Fredegar Henze, Fraktionsvorsitzender. Am 26. März 2009 besuchte die grüne Kreistagsfraktion die Erziehungsberatungsstelle in der Bergstaße in Gifhorn.
Von links: Nicole Wockenfuß, Klaus Rautenbach (jugend-
poitischer Sprecher), Peter Dietz. Nicht auf dem Foto: Fredegar Henze, Fraktionsvorsitzender.

Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen besuchte am Donnerstag (26. März) die Erziehungsberatungsstelle in Gifhorn. Der Leiter der Einrichtung, Heinz-Jürgen Heine-Köhler, informierte mit Mitarbeiterinnen des Teams über die vielfältigen Aufgaben der Erziehungs-beratung. Dabei wurde deutlich, dass bereits für das Kerngeschäft, die Beratung im engeren Sinne, die personelle Ausstattung nicht ausreicht. Der jugendpolitische Sprecher der grünen Fraktion Klaus Rautenbach äußerte klar seine Meinung: „Es kann nicht sein, dass Familien, die endlich den Schritt zur externen Hilfe getan haben, sich mit extrem langen Wartezeiten konfrontiert sehen. Der Bedarf ist eindeutig da!“

Auch Nicole Wockenfuß, grüne Kreistagsabgeordnete aus Gifhorn, sah angesichts des steigenden Bedarfs an Beratung nur die Möglichkeit, das Personal deutlich aufzustocken. Die Mitarbeite-rInnen der Erziehungsberatungsstelle würden bei vielen Veranstaltungen und Arbeitsgruppen als sachkundige Experten benötigt und könnten diesen Nachfragen oft nicht mehr nachkommen, weil sich ansonsten die Wartezeiten bei der Beratung noch erhöhen würden. Wockenfuß: „Allein der Vergleich mit der Ausstattung der Landkreise Wolfenbüttel und Helmstedt zeigt doch, dass auf jeden Fall drei weitere Stellen für den Landkreis Gifhorn nötig wären.“

Noch vor der eigentlichen Erziehungsberatung müsse eine Ebene einbezogen werden, die den Ratsuchenden die Schwellenangst nehme. Dazu seien Vorträge in Schulen und Kindertagesstätten und regelmäßige Sprechstunden vor Ort notwendig. Das bedeute, dass die Anzahl der Stellen von jetzt 3,6 auf mindestens 8 Stellen erhöht werden müsse. Rautenbach: „Das Geld ist gut angelegt, immerhin können so in einem frühen Stadium Weichen gestellt und dadurch später Mittel eingespart werden!“

Die grüne Kreistagsfraktion wird den folgenden Antrag stellen. Er soll in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses beraten werden.

Der Kreistag möge beschließen:

Die Mittel für Erziehungsberatungsstellen im Landkreis Gifhorn werden vom Beginn des Haushaltsjahres 2010 an so erhöht, dass Wartezeiten für Beratung Suchende gänzlich entfallen.
Das bedeutet, dass der Erstkontakt innerhalb einer Woche, der Beginn der Beratungsarbeit innerhalb eines Monats nach Anmeldung möglich gemacht wird.
Darüber hinaus soll das Personal zeitlich so ausgestattet werden, dass regelmäßige Informationsveranstaltung zur Erziehungsberatung in Kindertagesstätten und Schulen organisiert werden können.

Begründung:

Es steigt derzeit in vielen Familien der Bedarf nach Unterstützung bei der Erziehung von Kindern. Hierfür gibt es vielfältige Gründe, die nur zum Teil kurzfristig beeinflusst werden können. Deswegen benötigt der LK GF eine funktionierende Erziehungsberatung.
Die Arbeit der Erziehungsberatung setzt niedrigschwellig an und kann in einem frühen Stadium von Erziehungsproblemen Unterstützung bieten oder aber zielgerecht die Einbeziehung anderer Stellen vorbereiten. Dazu ist es aber nötig, dass die Hilfesuchenden sich zeitnah zu den auftretenden Problemen beraten lassen können. Das ist immer noch nicht gegeben, obwohl bereits für das Haushaltsjahr 2009 ein höherer Betrag als in den Vorjahren zur Verfügung steht. Die Wartezeiten sind sowohl für die Krisenintervention als auch für die systemische Beratungsarbeit weiterhin viel zu lang. Der vorliegende Antrag soll dazu führen, dass Wartezeiten ab 2010 nicht mehr existieren.
Die MitarbeiterInnen der Erziehungsberatungsstelle werden zudem bei vielen Veranstaltungen und Arbeitsgruppen als sachkundige Experten benötigt. Sie können diesen Nachfragen bisher oft nicht mehr nachkommen, weil sich ansonsten die Wartezeiten bei der Beratung noch erhöhen würden.
Auch im Vergleich zu anderen Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es hinsichtlich der Ausstattung von Erziehungsberatungsstellen noch Nachholbedarf.