Wappen des Landkreises Gifhorn
Bündnis 90/Die Grünen

Kreistagsfraktion Gifhorn




Der Kreistag hat auf seiner Sitzung am 23. Juni 2009 auf Antrag der Grünen beschlossen:

Einrichtung einer Tagesklinik für seelisch kranke Menschen im Landkreis Gifhorn


Der Kreistag fordert das Sozialministerium auf, vom Beginn des Jahres 2010 an eine Tagesklinik für seelisch kranke Menschen mit mindestens 20 Plätzen im Landkreis Gifhorn einzurichten und den seit langem vorliegenden Antrag zu bescheiden.

Begründung:
Die Versorgung seelisch erkrankter Menschen im Landkreis Gifhorn ist völlig unzureichend. Schon seit vielen Jahren wird die Errichtung einer Tagesklinik im Landkreis diskutiert, bisher aber ohne Ergebnis.
Zurzeit stehen die betroffenen Menschen vor der Wahl, entweder nur in größeren Abständen ambulant versorgt zu werden oder sich stationär z.B. im Landeskrankenhaus Königslutter behandeln zu lassen. Oft werden sie dann ohne ausreichende Nachsorge und Betreuung nach Hause entlassen – mit allen Risiken eines Rückfalls und einer erneuten Einweisung nach Königslutter.
Angesichts der Situation, dass seelische Erkrankungen in den letzten Jahren erheblich zugenommen haben und vielen Erkrankungen von ArbeitnehmerInnen psychische Erkrankungen zugrunde liegen, besteht ein dringender Handlungsbedarf.

Der Versorgungsgrad für ambulante Behandlung in einer Tagesklinik ist im Kreis Gifhorn im Vergleich zu fast allen anderen niedersächsischen Regionen extrem schlecht. Der neue Träger des ehemaligen Landeskrankenhauses Königslutter hat bei dem Übernahmeangebot seinerzeit ein Konzept vorgelegt, das die Verbesserung der ambulanten Versorgung von seelisch Kranken in der Region beinhaltet. Dabei hat der Träger zugesichert, dass er die Investitionsmittel für eine Tagesklinik in Gifhorn allein tragen wird und damit für die öffentlichen Kassen keine Investitionskosten entstehen. Der neue Träger hat auch bereits mehrere Anträge gestellt, allerdings gibt es bisher keine verbindliche Rückmeldungen aus dem zuständigen Ministerium.
Nun muss der Landkreis aktiv werden, um für seelisch Kranke und ihre Angehörigen Unterstützung für die Schaffung einer besseren Infrastruktur einzufordern.

(Siehe auch eine entsprechende Pressemitteilung.)