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Bündnis 90/Die Grünen
Kreistagsfraktion Gifhorn
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Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren
an den Integrierten Gesamtschulen (Turboabi):
Meinung, Kreistagsresolution und Presseberichte zum Thema
Keine Partei hat sich in den zurückliegenden Jahren so eindeutig für die Einrichtung von Intergrieten Gesamtschulen (IGS) eingesetzt für die Grünen. Ebenso deutlich sprechen wir uns gegen die Einführung des Abiturs nach 13 Jahren an den Integrierten Gesamtschulen aus. Der Kreistag des Landkreises Gifhorn hat am 29. April 2009 mit den Stimmen von Grünen, CDU, FDP und SPD folgende Resolution verabschiedet:
Der Kreistag des Landkreises Gifhorn fordert die Landesregierung und den Niedersächsischen Landtag auf, das Abitur an Gesamtschulen so zu gestalten, dass es den Schulen überlassen bleibt, ob das Abitur nach zwölf oder 13 Jahren abgelegt wird.
Dieser einfache Konsens machte das Rennen vor einer Resolution gleicher Tendenz, die in Osterholz-Scharmbeck verabschiedet worden war und einem Antrag der Grünen, der umfänglich die Konsequenzen des Turboabis für die Gesamtschulen aufzeigte.
Vielleicht eignet sich die kurze Formel zur Nachahmung andernorts. Wir freuen uns, dass es in Gifhorn geklappt hat. Im Folgenden dokumentieren wir die von der grünen Fraktion eingebrachte Kreistagsresolution und Presseberichte:
Resolution des Gifhorner Kreistages gegen die Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren an Integrierten Gesamtschulen (IGS)
Im Dezember 2007 hat der Gifhorner Kreistag beschlossen, beginnend mit dem Schuljahr 2010/2011 eine IGS einzurichten. Etwa 25 Mio Euro für den Neubau einer fünfzügigen IGS sind bereitgestellt worden. Diese enorme Summe soll investiert werden, um dem Wunsch vieler Eltern, Schüler und Schülerinnen entgegen zu kommen, die in der Integrierten Gesamtschule eine Alternative zum gegliederten Schulsystem sehen, eine Alternative, die sie sonst nicht wählen könnten.
Im benachbarten Braunschweig müssen in jedem Schuljahr etwa 200 Anträge auf die Aufnahme in die Klasse 5 abgelehnt werden. Grund für den großen Zuspruch sind z. B. die Tatsachen, dass an den IGSsen in Braunschweig die Abgängerquote ohne Abschluss verschwindend gering ist, dass Kinder sich in ihrem individuellen Lerntempo entwickeln können und auf ihrem Weg nicht als Wiederholer auf der Strecke bleiben können. Gifhorner Familien ist der Zugang zu den Gesamtschulen in Braunschweig wegen des hohen eigenen Bedarfs der Stadt gänzlich verwehrt.
In der Stadt Gifhorn sollen für die Einrichtung einer eigenen IGS zwei Realschulen zusammengelegt werden und ein Gymnasium in seiner Zügigkeit eingeschränkt werden. Auf diese Situation trifft in Gifhorn der Plan, die Gesamtschulen zu verpflichten, das Abitur nach zwölf Jahren einzuführen.
Der Kreistag des Landkreises Gifhorn spricht sich entschieden gegen die Pläne der Landesregierung aus, das Abitur nach zwölf Jahren auch an den niedersächsischen Gesamtschulen verbindlich einzuführen.
Es gibt gerade auch aus Sicht des Landkreises Gifhorn gute Gründe für diese Ablehnung:
- Die Anhebung der Wochenstundenzahl eines Teils der Schüler und Schülerinnen in den Jahrgängen 5 bis 10 würde bedeuten, dass das IGS-Modell mit möglichst viel gemeinsamem Unterricht so nicht mehr existieren könnte. Die integrierte Sekundarstufe l ist aber gerade der Kern einer solchen Schule: Hier werden Kinder mit Empfehlungen für alle Schulformen gemeinsam unterrichtet und profitieren voneinander.
- Die künftige IGS des Landkreises Gifhorn wäre bei Durchsetzung der Pläne gezwungen, ab Klasse 6 eigene Klassen für mögliche Abiturienten einzurichten. Dadurch könnte sich der Bau der IGS als Fehlinvestition erweisen. Neben einem kombinierten Haupt- und Realschulzweig gäbe es dann einen gymnasialen Zweig. Beides ist auch so im Landkreis zu haben und entspräche nicht dem Wunsch nach einer echten Alternative zum gegliederten System.
- Für den Erhalt des Abiturs nach 13 Jahren an den Integrierten Gesamtschulen spricht auch, dass Schüler, die ihren erweiterten Sekundarstufe-I-Abschluss ohne die zweite Fremdsprache erworben haben, nahtlos in die Oberstufe übergehen können. Das G8-System würde zu dem kuriosen Ergebnis führen, dass diese Schülerinnen und Schüler, die an unserer Schule ihren erweiterten Abschluss erreicht hätten, die 10. Klasse mit deutlich jüngeren Schülern noch einmal durchlaufen müssten.
- Die jetzige IGS-Oberstufe von Klasse 11 bis 13 bietet auch eine echte Alternative für Jugendliche, die von einer Realschule in eine gymnasiale Oberstufe wechseln.
(Siehe auch Pressemitteilung der grünen Landtagsfraktion.)
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Gifhorner Rundschau vom 30. April 2009
Kreistag spricht sich gegen Turbo-Abitur aus - Keine Hatz durch die Oberstufe an der IGS
Von Barbara Benstem
Gifhorn. Der Kreistag traf gestern noch eine zweite Entscheidung zur IGS, die laut Fredegar Henze (Grüne/Bündnis 90) wichtiger als die Standortwahl war: die Ablehnung des Turbo-Abiturs, das die Landesregierung für Gesamtschulen will. Die Politik sprach sich mit klarer Mehrheit dagegen aus. Fredegar Henze: "Wenn es für die Schüler nur noch eine Hatz durch die Oberstufe gibt, ist es mit der Integration vorbei. Dann können wir uns die ganze IGS sparen." Helmut Kuhlmann (Mehrheitsfraktion CDU/FDP/Unabhängige) freute sich über das gemeinsame Signal, das der Kreistag nach Hannover sende. Die CDU hatte gefordert, dass es den Schulen überlassen bleiben soll, ob das Abitur nach 12 oder nach 13 Jahren abgelegt werden soll. Die SPD hatte in ihrem vorangegangenen Eilantrag kritisiert, dass "ein gemeinsames Lernen nach dem Vorbild der in den Pisa-Studien erfolgreichen Ländern" mit dem Turbo-Abitur nicht möglich sei.
Turbo-Abi an Gesamtschule erst 2010/2011 - Landesregierung gibt Protesten nach
Von Carsten Lappe
HANNOVER. Konsens statt Konfrontation: Nach riesigen Diskussionen in der Koalition hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) Teile der eigenen Fraktion in die Schranken verwiesen und eine Eskalation in der umstrittenen Schulpolitik vermieden. Angesichts immer lauter werdender Proteste auch aus den eigenen Reihen einigten sich die Spitzen der Regierungsfraktionen von CDU und FDP darauf, das geplante Turbo-Abi nach zwölf Jahren an den Gesamtschulen wie geplant erst zum Schuljahr 2010/2011 umzusetzen. Allerdings soll das entsprechende Gesetz noch vor der Sommerpause im Landtag auf den Weg gebracht werden. Nach einer gemeinsamen Fraktionssitzung am Dienstag wollen CDU und FDP den Gesetzentwurf offiziell vorstellen,
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